Körperpädagogik

Mitarbeitende AB Körperpädagogik
Dominic Keßler, Dr.in Stephanie Winter-Below, Mirko Moll, Dr.in Tanja Kinne, 
Diana Fischer, Prof.in Dr.in Kirsten Puhr, Fiete Ragnit, Daniel Henze

Mitarbeitende AB Körperpädagogik Dominic Keßler, Dr.in Stephanie Winter-Below, Mirko Moll, Dr.in Tanja Kinne, Diana Fischer, Prof.in Dr.in Kirsten Puhr, Fiete Ragnit, Daniel Henze

Mitarbeitende AB Körperpädagogik
Dominic Keßler, Dr.in Stephanie Winter-Below, Mirko Moll, Dr.in Tanja Kinne,
Diana Fischer, Prof.in Dr.in Kirsten Puhr, Fiete Ragnit, Daniel Henze

Kontakt

Sekretariat des Arbeitsbereiches

Raum 034
Franckeplatz 1, Haus 31
06110 Halle

Telefon: 0345-55 22980

Sprechzeiten:
Mo-Do: 07:30 - 11:30 Uhr und nach Vereinbarung

Postanschrift:
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Philosophische Fakultät III - Erziehungswissenschaften
Institut für Rehabilitationspädagogik
AB Körperpädagogik
z.H. Daniel Henze
06099 Halle

Als Arbeitsbereiche Allgemeine Inklusionspädagogik und Körperpädagogik arbeiten wir auf vielstimmige Weise an pädagogischen Fragestellungen mit dem Fokus auf Inklusion/Exklusion, Körper und (Nicht-)Behinderung. Zugleich versammeln beide Arbeitsbereiche je eigene Auseinandersetzungen zu Erziehung und Bildung, die in Forschung, Lehre und Beratung verantwortet werden. Vorstellungen von Inklusion/Exklusion, Körper und (Nicht-)Behinderung verstehen wir als Ergebnisse gesellschaftlicher Aushandlungen. Mit ihnen werden Differenzen aufgerufen, die in ihren Verschränkungen untereinander und in Verbindung mit weiteren Differenzen spezifische Frage- und Problemstellungen ergeben.

Wir forschen an gemeinsamen und eigenständigen Projekten mit verschiedenen theoretischen, methodologischen und methodischen Zugängen. Mit unseren pädagogischen Fragestellungen positionieren wir uns in Bezug auf gesellschaftliche Verhältnisse. Hierfür verschränken wir inklusions- und körperpädagogische Themen mit sozialen, politischen und kulturellen Bedingungen. Unsere unterschiedlichen Einsätze erzeugen sowohl gemeinsame als auch widerstreitende Argumentationsweisen. Dabei verbinden sich etwa kritische, phänomenologische, dekonstruktive sowie feministische, postkoloniale und neomaterialistische Theorien mit inklusions- und körperpädagogischen Fragen. In ihrer Unterschiedlichkeit beanspruchen sie ein gegenseitiges Einlassen auf Andere in den damit verbundenen wissenschaftlichen Praxen. Maßgeblich hierfür ist es, neutrale Blickpositionen von Wissenschaft infrage zu stellen und heterogene Verstrickungen in die Forschungsgegenstände selbst anzunehmen.

Ein solches Verständnis eröffnet auch den Streit um verschiedene Auffassungen vom Pädagogischen als relationales Geschehen sowie von Pädagogiken. Davon ausgehend fordern uns Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten sowie die damit verbundenen differenten Lebenslagen pädagogischer Adressat*innen heraus. Sie machen Erziehung, Bildung und Wissenschaft als Machtverhältnisse thematisierbar. Diese Auseinandersetzungen bewegen uns, inklusions- und körperpädagogisch gelesene Theorien, Konzepte und Praxen zu hinterfragen. Erziehungs- und Bildungsangebote sowie Forschungen werden so zu möglichen Antworten auf gesellschaftliche wie individuell-situative Ansprüche. Pädagog*innen und Wissenschaftler*innen werden zu Angesprochenen.

Auf unterschiedliche Weise nehmen uns diese Ansprüche in Inklusionspädagogik und Körperpädagogik als Pädagog*innen und Wissenschaftler*innen in Verantwortung. Sie prägen unsere Praxen von Forschung, Studium und Lehre.

Selbstverständnis des Arbeitsbereiches Körperpädagogik

Im Arbeitsbereich Körperpädagogik forschen und lehren wir zu verkörperten Körpern, verkörperten Beziehungen, verkörperter Gesellschaft und verkörperter Um-/Mit-/Welt. Gesellschaftliche Verhältnisse wirken auf Körper ein und gleichzeitig bringen Körper diese auch hervor. Solche Prozesse differenzieren Körper. In diesem Sinne verstehen wir Verkörperungen als gesellschaftliche und pädagogische Praxen, in denen Differenzen hervorgebracht werden. Dabei fassen wir Vorstellungen von (nicht-)behinderten Körpern zugleich als wirkmächtige, umkämpfte und damit veränderbare Konstruktionen.

Forschung
Unsere Forschungen beziehen sich auf verkörperte soziale Ungleichheit und Ungerechtigkeit. Wir forschen zu materiellen Körpern mit leiblich-gespürigen und eigensinnigen Qualitäten, die als fremd- und eigenadressierte Projektionsflächen, als Medien des Wahrnehmens und Spürens sowie als Akteur*innen in Erscheinung treten. Diese werden als stets eingewoben in Beziehungen, Gesellschaft sowie Um- und Mitwelt zu Gegenständen unserer Forschung. Damit werden körper-leib-basierte Erfahrungen sowohl für Bildungsgeschehen als auch im Kontext von Ein- und Ausschluss als zwischenmenschlich und zwischendinglich vermittelte Geschehen relevant. Bildung beforschen wir von daher als Subjektivierungsgeschehen, das (nicht-)institutionelle Beziehungsweisen umfasst.

Lehre
Wir verstehen Studieren als gemeinsame, forschende Lernprozesse von Wissenschaftler*innen und Student*innen. Systematische Auseinandersetzungen mit körperbezogenen Differenzkonstruktionen und vorherrschenden ‚Normalitäten‘ von z.B. Gesundheit, Schönheit und Leistungsfähigkeit kennzeichnen unsere Lehre. Damit befragen wir im ‚Förderschwerpunkt körperlich-motorische Entwicklung‘ pädagogische und didaktische Konzepte kritisch auf ihr körperpädagogisches Potenzial. So werden zugleich Grenzziehungen von ‚körperlichen Beeinträchtigungen‘ und ‚chronischen Erkrankungen‘ unter Einbezug differenter Fremd- und Selbstbilder diskutier- und streitbar. Mögliche Konzepte und Gegenstände der Auseinandersetzung sind Erscheinungsformen körperlicher Diversität, die Diagnostik und Förderplanung, Schulbegleitung, Assistive Technologien, Lebens- und Sterbebegleitung und (nicht)behinderte Sexualität.

Forschungs- und Beratungsstelle für Unterstützte Kommunikation
Ein Bestandteil des Arbeitsbereiches der Körperpädagogik ist die Forschungs- und Beratungsstelle für Unterstützte Kommunikation, in der wir Forschung, Beratung und Lehre verbinden. Die gemeinsame Zielsetzung ist die kommunikative Teilhabe unterstützt kommunizierender Menschen. Während im Fokus der Beratungen die kommunikativen Situationen von unterstützt kommunizierenden Schüler*innen und ihren Gesprächspartner*innen stehen, werden diese Situationen zu Gegenständen unserer Forschungen. Studierende arbeiten als Forschende in diesen Prozessen mit. Auf dieser Grundlage sind die Diagnostik und Begleitung kommunikativer Praxen mit möglichen Ressourcen und Barrieren Gegenstände in der Lehre.

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