Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Pädagogik, Prävention und Intervention bei Sprach- und Kommunikations-beeinträchtigungen

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Raum 141
Franckeplatz 1, Haus 31
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Pädagogik, Prävention und Intervention bei Sprach- und Kommunikations-beeinträchtigungen

Vorstellung des Arbeitsbereichs

Im Zentrum der Arbeit unseres Teams in Lehre und Forschung stehen Kinder mit Sprach- und Kommunikationsstörungen (zum Beispiel Sprachentwicklungsstörungen, Stottern, Mutismus, Autismus) und dabei vor allem Hilfen, Unterstützung, Förderung, Therapie und Diagnostik für diese Kinder im pädagogischen Bereich (Kita, Schule).

Sprachliche Kompetenzen sind grundlegend für den Bildungserfolg, den Erwerb von Schriftsprache und das weitere schulische und lebenslange Lernen und damit für die Teilhabe. So haben nationale und internationale Studien zeigen können, dass Kinder mit sprachlichen Beeinträchtigungen oder geringen sprachlichen Kompetenzen Folgeprobleme im schulischen Kompetenz- und Wissenserwerb (Erlernen von Schreiben, Lesen, Rechnen, naturwissenschaftlichen Kompetenzen, sachkundlichem Wissen), im Bereich des Lernens selbst sowie in der sozioemotionalen Entwicklung und des Selbstkonzeptes haben. Auch nach einer erfolgreichen Sprachtherapie können sich im schulischen Bereich noch Probleme bei komplexeren sprachlichen Anforderungen zeigen.

Daher ist es notwendig, dass Kinder mit Sprach- und Kommunikationsstörungen neben der sprachtherapeutischen Versorgung auch im Bildungsbereich spezifische Hilfen durch Fachpersonen erhalten. Es gibt aktuell unterschiedliche Bezeichnungen für diese Fachpersonen: Sprachbehindertenpädagog*innen, Sprachheilpädagog*innen, Sonderpädagog*innen mit Förderschwerpunkt Sprache und Kommunikation.

Im Förderschwerpunkt Sprache und Kommunikation bzw. in der Fachrichtung Sprachbehindertenpädagogik geht es also darum, (sprachheil)pädagogische Hilfen bereitzustellen, um bestmögliche Lernerfolge für die Kinder - unabhängig vom Förder- oder Beschulungsort - abzusichern und gleichzeitig an der Überwindung der sprachlichen Problematik zu arbeiten. Dies betrifft vorschulische, schulische, außerschulische und berufliche Lernorte sowie die Übergänge.

Alle Lehr-Lern-Prozesse in frühkindlicher und schulischer Bildung (Kita, Schule, Unterricht) sind durch die sprachliche Interaktion und Kommunikation zwischen dem Lernenden (Kind) und dem/der Lehrenden (pädagogische Fachkraft, Lehrer*in) gekennzeichnet. Zudem spielt Sprache auch beim selbstständigen Lernen und beim Lernen in der Peergruppe ab dem Vorschulalter eine wichtige Rolle. Im Schulalter werden die sprachlich-kommunikativen Anforderungen vielfältiger und unterscheiden sich deutlich von den Anforderungen für den Gebrauch der Alltagssprache:

  • Erwerb und Verwendung von Schriftsprache (z. B. Übertragung von Lautsprache / Phonem in Schriftsprache / Graphem,)
  • Erwerb und Verwendung von Fachsprachen und fachspezifischem Wortschatz
  • Erwerb und Verwendung von Bildungssprache (z. B. Inhalte reflektieren, diskutieren, argumentieren – komplexe Grammatik und ausgewählter Wortschatz)
  • Erwerb und Verwendung von Fremdsprachen
  • Einstellen auf wechselnde Kommunikationspartner*innen, Sozialformen, Medien, Räume
  • Verstehen immer komplexerer Texte und Aufgabenstellungen

Für Sonderpädagog*innen, die in diesem Förderschwerpunkt arbeiten, bedeutet dies, dass sie über Wissen zu Sprachentwicklung, Sprachverarbeitung, Ätiologie und Spezifika bei kindlichen Sprach- und Kommunikationsstörungen, zu sprachheilpädagogischen Prinzipien und Methoden für Unterricht und Lernen, zu Förder- und Therapieansätzen, zu diagnostischen Möglichkeiten sowie über Grundlagenwissen in den Bezugsdisziplinen Linguistik, Psychologie und Medizin verfügen. Auf dieser Grundlage können sie Unterricht für Kinder mit Förderschwerpunkt im Bereich Sprache und Kommunikation aufbereiten, Pädagog*innen und Eltern beraten, im förderdiagnostischen Prozess individuelle sprachliche Lern- und Entwicklungslagen /-beschränkungen analysieren, Förderung ableiten und durchführen, ggf. mit externen Therapie- und Fördereinrichtungen kooperieren sowie Schulentwicklungsprozesse im Sinne der Kinder mit sprachlichem Förderbedarf begleiten.

Eine Besonderheit unseres Arbeitsbereiches stellt das Ambulatorium Sprachtherapie dar. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen des Teams helfen dort Kindern mit Sprachstörungen in der Sprachtherapie. Die Erfahrungen mit diesen Kindern fließen dann – wenn die Eltern dem zustimmen - als Praxisfälle mit in die Lehre ein. Dies geschieht beispielsweise durch Audio- und Videoaufnahmen von Diagnostik- und Therapiesituationen oder die Möglichkeit der Live-Therapiemitschau.


Prüfungstermine Wintersemester 2023/2024

Interdisziplinäre Grundlagen der Sprachfähigkeit - Klausur08.04.2024
ÜFR-Sprache und Kommunikation im rehabilitationspädagogischen Kontext - Klausur08.04.2024,
8:00 - 10:00 Uhr
Raum 142, Haus 31

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